- Ruhr-Universität Bochum
Themengebiete Herbst 2026
In der aktuellen Ausschreibungsrunde werden insgesamt sechs Themengebiete (ausschließlich) für Masterarbeiten angeboten. Die Themengebiete und das Anfrageformular werden bis einschließlich 12.07.2026 verfügbar sein. Da die Themengebiete eine maximale Betreuungskapazität aufweisen, kann es vorkommen, dass es mehr interessierte Studierende gibt, als Betreuungskapazitäten vorhanden sind. Deshalb kann nicht gewährleistet werden, dass alle Studierenden einem Themengebiet zugeordnet werden.
Die folgenden Themengebiete richten sich an Studierende, die eine Masterarbeit verfassen möchten:
Große Transformationsprozesse wie beispielsweise die Energiewende oder der Wandel zur Kreislaufwirtschaft sind keine rein technologischen Entwicklungen, sondern verändern ganze sozio-technische Systeme. Durch neue Akteurskonstellationen, starke Abhängigkeiten und unklare Rollen steigt die Unsicherheit für beteiligte Akteure. Vertrauen wird dadurch zu einer zentralen Voraussetzung, um trotz begrenzter Kontrollmöglichkeiten gemeinsam zu handeln und Transformationsprozesse aktiv mitzugestalten. Aufgrund der zunehmenden Komplexität, Skalierung und Digitalisierung solcher Transformationen stoßen klassische Mechanismen des Vertrauensaufbaus jedoch an ihre Grenzen. Digitale Technologien können hierbei als neue Vertrauensinfrastrukturen dienen, indem sie Vertrauen zwischen Akteuren ermöglichen, vermitteln und langfristig aufrechterhalten. Bisher ist jedoch unzureichend verstanden, durch welche konkreten Mechanismen digitale Technologien zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Vertrauen in sozio-technischen Transformationen beitragen. Ziel dieser Abschlussarbeit ist daher die Entwicklung einer Taxonomie digitaler Vertrauensmechanismen. Auf Basis von systematischen Literaturanalysen sowie qualitativer Methoden sollen Mechanismen identifiziert und klassifiziert werden, durch die digitale Technologien Vertrauen in komplexen Transformationsprozessen unterstützen können.
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) wird Verwaltungen und verwaltungsähnlichen Organisationen erhebliche Potenziale bieten, jedoch zugleich auf Vorbehalte und Widerstände stoßen. Ziel dieser Masterarbeit soll es sein, Ursachen und Folgen von „Resistance to AI“ in diesen Organisationen zu untersuchen. Im Rahmen einer Literaturrecherche sollen Faktoren identifiziert werden, die die KI-Einführung erschweren. Ebenso sollen organisatorische, technische und kulturelle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung analysiert werden. Anschließend soll untersucht werden, welche theoretischen und empirischen Erkenntnisse zu „Resistance to AI“ vorliegen und inwiefern sich das Konzept von „Resistance to Change“ unterscheidet. Abschließend soll geprüft werden, ob validierte Messinstrumente existieren oder ob das Phänomen explorativ im Rahmen einer qualitativen Studie untersucht werden muss. Die Arbeit wird zum besseren Verständnis von Widerständen gegenüber KI beitragen und praxisnahe Empfehlungen für deren erfolgreiche Einführung in Verwaltungen und verwaltungsähnlichen Organisationen ableiten.
Generative Künstliche Intelligenz (GenAI) verändert den B2B-Vertrieb nicht nur auf operativer und kognitiver Ebene, sondern greift tief in die Selbstwahrnehmung von Vertriebspersonen ein. Während sich Aufgabenfelder verschieben und neue Fähigkeiten gefragt sind, entscheidet sich der Erfolg der Mensch-KI-Kollaboration zunehmend an einer psychologischen Größe: dem Vertrauen. Dabei heben Rangarajan et al. (2026) hervor, dass Vertrauen in KI im B2B-Vertrieb bislang kaum erforscht ist. Dabei wirkt Vertrauen auf mehreren Ebenen gleichzeitig: in die GenAI-Technologie selbst, in deren Ergebnisse, in die damit verbundenen Konsequenzen (Produktivität, aber auch Job(un)sicherheit) sowie in die organisatorische Herangehensweise an die KI-Adaption. Hinzu kommt eine im B2B-Vertrieb besonders relevante, bislang offene Frage: wie GenAI das Vertrauensverhältnis zwischen Vertriebsperson und Kunde verändert — und ob sie zur Vertrauensbildung im Kundenverhältnis genutzt werden kann oder dieses gefährdet. Ziel dieser Masterarbeit ist es daher, die Rolle von Vertrauen als zentrale psychologische Dimension der Rollenveränderung von Vertriebspersonen im B2B-Vertrieb durch GenAI explizit zu untersuchen. Auf Basis einer qualitativen Interviewstudie sollen die unterschiedlichen Vertrauensebenen identifiziert, voneinander abgegrenzt und in ihren Wechselwirkungen analysiert werden.
Die Transformation hin zu zirkulären Geschäftsmodellen ist eine tiefgreifende Herausforderung, mit der Organisationen auf einen nachhaltigkeitsgetriebenen und regulatorisch verschärften Wandel ihres Umfelds reagieren müssen. Sie verlangt nicht nur den Aufbau neuer Fähigkeiten, sondern ebenso das Loslassen etablierter und in der linearen Logik verankerter Denk- und Handlungsmuster (Klammer, 2021). In der Entsorgungsbranche hat sich das Selbstverständnis herausgebildet, nach dem Wert primär durch die Sammlung und Entsorgung von Abfällen geschaffen wird. Eine Circular Economy, die auf die Erhaltung von Materialien und die Reduktion von Abfall zielt, stellt genau dieses Selbstverständnis infrage und macht das Ablegen dieses Verständnisses zur Hürde der Transformation. Huikkola et al. (2025) betonen die Relevanz von Verlernen in der Entsorgungsbranche und, dass zukünftige Forschung vertieft untersuchen sollte, wie sich organisationale Identitäten in der Transformation hin zu zirkulären Geschäftsmodellen verändern. Führungskräften kommt dabei eine besondere Rolle zu, da sie zunächst ihre eigenen Verständnisse der Geschäftsmodelle hinterfragen müssen, um dann das Verlernen innerhalb der Organisation zu fördern. In dieser Arbeit soll durch eine qualitative Interviewstudie untersucht werden, wie Führungskräfte in der Entsorgungsbranche etablierte (lineare) Denkweisen verlernen, während sie die Transformation zu zirkulären Geschäftsmodellen gestalten, und was dieses Verlernen fördert oder erschwert.
Die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft erfordert nicht nur technologische und unternehmerische Innovationen, sondern ist eingebettet in komplexe politisch-institutionelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Gerade in der Entsorgungsbranche – als zentralem Akteur im Übergang von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaftslogik – prägen regulatorische Vorgaben, politische Zielsetzungen sowie die gesellschaftliche Wahrnehmung und Akzeptanz maßgeblich, ob und wie zirkuläre Geschäftsmodelle entstehen, skalieren und sich am Markt durchsetzen können. Ziel der Arbeit ist die systematische Analyse öffentlicher und politischer Einflussfaktoren auf die Entwicklung und Implementierung zirkulärer Geschäftsmodelle in Unternehmen der Entsorgungswirtschaft. Neben der institutionellen und regulatorischen Ebene sollen auch gesellschaftliche Aspekte – etwa die Akzeptanz von Rezyklaten oder das öffentliche Bild der Branche – als potenzielle Treiber oder Barrieren untersucht werden. Die Arbeit soll qualitativ ausgerichtet sein.
Künstliche Intelligenz (KI) übernimmt zunehmend komplexe Aufgaben im Arbeitsalltag. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist jedoch nicht nur ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit entscheidend, sondern auch, welche Vorstellungen Menschen über ihre Fähigkeiten, Entscheidungsprozesse und Grenzen entwickeln. Während die Psychologie untersucht, wie Menschen die Gedanken und Absichten anderer verstehen (Theory of Mind), ist bislang unklar, ob sie auch mentale Modelle über KI-Systeme entwickeln – eine sogenannte Theory of the Artificial Mind. Ziel dieser Masterarbeit ist es, die theoretischen Grundlagen dieses Konzepts zu erarbeiten und erste empirische Hinweise auf dessen Struktur zu gewinnen. Dazu wird auf Basis der Literatur ein qualitativer Interviewleitfaden entwickelt. Mithilfe halbstrukturierter Interviews werden Vorstellungen über die Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung von KI erhoben und qualitativ ausgewertet. Die Ergebnisse sollen zentrale Dimensionen einer Theory of the Artificial Mind identifizieren und die Grundlage für zukünftige Modelle und Messinstrumente schaffen.
Falls Sie daran interessiert sind, Ihre Abschlussarbeit in einem der vorgenannten Themengebiete zu verfassen, füllen Sie bitte das nachfolgende Anfrageformular aus. Mit einem Stern (*) gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Wir werden Sie nach dem 12.07.2026 über das weitere Vorgehen per E-Mail informieren. Bitte melden Sie sich im Falle einer positiven Rückmeldung bei der in der E-Mail angegebenen betreuenden Person.
Ablauf bei Abschlussarbeiten
In regelmäßigen Abständen veröffentlichen wir Themengebiete sowohl für Bachelor- als auch für Masterarbeiten. Sobald die Themengebiete ausgeschrieben sind, können interessierte Studierende zwei Themen auswählen und angeben, warum sie sich besonders für diese Themengebiete interessieren und ihre Abschlussarbeit in einem dieser Themengebiete bei uns verfassen möchten.
Auf dieser Grundlage ordnen wir die Themengebiete den Studierenden zu. Da die Themengebiete eine maximale Betreuungskapazität aufweisen, kann es vorkommen, dass es mehr interessierte Studierende gibt, als wir Betreuungskapazitäten anbieten können. Deshalb können wir nicht immer gewährleisten, dass alle Studierende einem Themengebiet zugeordnet werden können.
Unseren strukturierten Prozess für die Erstellung von Abschlussarbeiten bieten wir – zumindest in seiner bisherigen Form – ab dem Wintersemester 2024/2025 nicht mehr an. Wesentliche Inhalte, wie z. B. die Ausarbeitung des Themenvorschlages (Exposé) sowie Vorträge und Übungen zu spezifischen Themen des wissenschaftlichen Arbeitens, wurden in das Modul Begleitseminar zur Bachelorarbeit integriert, das ab dem Wintersemester 2024/2025 erstmalig und dann jedes Semester angeboten wird.
- Für Bachelorstudierende besteht somit die Möglichkeit, das Begleitseminar parallel zur Arbeit an ihren Bachelorarbeiten zu besuchen. Hinweis: Das Begleitseminar richtet sich an alle Bachelorstudierenden. Die Teilnahme ist unabhängig davon, ob und an welchem Lehrstuhl eine Bachelorarbeit verfasst wird, möglich.
- Für Masterstudierende besteht ab dem Wintersemester 2024/2025 kein vergleichbares Angebot mehr. Diese haben die für eine Masterarbeit an unserem Lehrstuhl relevanten Inhalte entweder im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an unserem Lehrstuhl und/oder im Rahmen des Moduls Forschungsmethoden bereits kennengelernt.
Der Zeitplan für die nächsten Abschlussarbeiten ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Nach der Anmeldung gelten die nach aktueller Prüfungsordnung vorgegebenen Bearbeitungszeiten (zwei bis drei Monate bei Bachelorarbeiten und vier bis sechs Monate bei Masterarbeiten). Während der Bearbeitungszeit oder nach Abgabe der Arbeit halten sowohl Bachelor- als auch Masterstudierende eine Präsentation, in der sie die Inhalte, (Zwischen-)Ergebnisse und/oder Erkenntnisse ihrer Arbeit darstellen und mit den anderen Studierenden diskutieren.
Die Themengebiete sind in der Regel für eine Woche ausgeschrieben. Ab dem Wintersemester 2024/2025 veröffentlichen wir Themengebiete für Bachelorarbeiten nur noch zu Beginn des Winter- und zu Beginn des Sommersemesters; Themengebiete für Masterarbeiten werden weiterhin an bis zu vier Terminen veröffentlicht.
| Gruppe | Veröffentlichung der Themengebiete | Anmeldung der Arbeit | Späteste Abgabe der Arbeit (Bachelor) | Späteste Abgabe der Arbeit (Master) |
|---|---|---|---|---|
| Winter 2025 | 06.10.2025 | 01.12.2025 | 01.03.2026 | 01.06.2026 |
| Frühling 2026 | 05.01.2026 (nur Master) | 02.03.2026 | -/- | 02.09.2026 |
| Sommer 2026 | 06.04.2026 | 01.06.2026 | 01.09.2026 | 01.12.2026 |
| Herbst 2026 | 06.07.2026 (nur Master) | 01.09.2026 | -/- | 01.03.2027 |