- Ruhr-Universität Bochum
Themengebiete Frühling 2026
In der aktuellen Ausschreibungsrunde werden insgesamt drei Themengebiete (ausschließlich) für Masterarbeiten angeboten. Die Themengebiete und das Anfrageformular werden bis einschließlich 11.01.2026 verfügbar sein. Da die Themengebiete eine maximale Betreuungskapazität aufweisen, kann es vorkommen, dass es mehr interessierte Studierende gibt, als Betreuungskapazitäten vorhanden sind. Deshalb kann nicht gewährleistet werden, dass alle Studierenden einem Themengebiet zugeordnet werden.
Die folgenden Themengebiete richten sich an Studierende die eine Masterarbeit verfassen möchten:
Produzierende Unternehmen transformieren zunehmend ihre traditionellen produktzentrierten Geschäftsmodelle hin zu serviceorientierten Ansätzen (Servitization). Dieser Wandel erfordert unbestritten die Entwicklung neuer Fähigkeiten. Es wird jedoch häufig übersehen, dass viele Unternehmen über bislang gut funktionierende, stark verankerte Routinen und Denkweisen verfügen, die nun die Transformation behindern können und parallel zum Servitization-Prozess aktiv verlernt und vergessen werden müssen. Die Notwendigkeit, mit solchen produktorientierten Altlasten umzugehen, zeigt sich besonders in typischen Paradoxien der Servitization, wie etwa der Spannung zwischen dem Aufbau einer ausgeprägten Kundenorientierung und der Beibehaltung einer technisch geprägten Denkweise. Der Vertrieb ist demnach von besonderer Bedeutung, da er eine zentrale Schnittstelle zwischen dem Unternehmen und Kund:innen darstellt und maßgeblich von der Transformation betroffen ist: Vertriebsmitarbeitende müssen den Wechsel von produktbezogenen Verkaufslogiken hin zu beratungs- und lösungsorientierten Serviceansätzen vollziehen. In einer Masterarbeit soll durch eine qualitative Interviewstudie die Rolle des Verlernens und intentionalen Vergessens von Vertriebsmitarbeitenden (Unlearning and Intentional Forgetting) im Kontext der Servitization untersucht werden.
Die Energiewirtschaft befindet sich im Spannungsfeld von Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung. Besonders etablierte Unternehmen der Energiewirtschaft stehen vor der Herausforderung, ihre bestehenden Strukturen und Prozesse an sich dynamisch verändernde Marktbedingungen anzupassen. Die digitale Transformation eröffnet dabei neue Chancen, bringt aber auch spezifische Hindernisse mit sich – organisatorisch, technisch und kulturell. Im Rahmen einer Masterarbeit soll untersucht werden, welche Erfolgsfaktoren und Barrieren die Energiewirtschaft bei der Anpassung an digitale Veränderungen erleben. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für die internen und externen Einflussfaktoren zu gewinnen, die eine gelingende Transformation fördern oder hemmen. Besonderes Augenmerk soll auf organisationale Prozesse, Führungsstrukturen, Innovationskultur und die Einbindung von Mitarbeitenden gelegt werden.
Unternehmen integrieren derzeit in rasantem Tempo generative KI-Systeme (z. B. Chatbots, Textassistenten, Entscheidungshilfen) in wissensintensive Arbeitsprozesse, um Effizienz und Qualität zu steigern. Dabei gerät jedoch häufig aus dem Blick, dass KI-Empfehlungen nicht nur unterstützen, sondern auch systematisch zu Fehlentscheidungen verleiten können, wenn Mitarbeitende ihre eigenen Urteilsroutinen zugunsten scheinbar plausibler Outputs „abschalten“ – ein Phänomen, das als Automation Bias bzw. KI-bedingte complacency beschrieben wird. Diese Spannung zeigt sich besonders in typischen Wissensarbeitsaufgaben (z. B. Informationsbewertung, Fallanalyse, Zusammenfassung, Entscheidungsbegründung), in denen die Verlockung hoch ist, KI-Antworten ungeprüft zu übernehmen, während die Kosten falscher Übernahmen erheblich sein können. In einer Masterarbeit soll daher in einer quantitativ-experimentellen Studie untersucht werden, unter welchen Bedingungen Automation Bias in KI-gestützter Wissensarbeit auftritt und welche kurzen Interventionen (z. B. Reflexions-Prompts, Checklisten, „Decision-first“-Ansätze) die kritische Prüfung von KI-Outputs verbessern können. Ziel ist es, die Effekte von KI-Zuverlässigkeit, Vertrauen und individueller KI-Kompetenz auf Leistung, Fehlerübernahmen und Begründungsqualität experimentell zu testen und daraus robuste Handlungsempfehlungen für den produktiven, aber reflektierten KI-Einsatz im Arbeitskontext abzuleiten.
Falls Sie daran interessiert sind, Ihre Abschlussarbeit in einem der vorgenannten Themengebiete zu verfassen, füllen Sie bitte das nachfolgende Anfrageformular aus. Mit einem Stern (*) gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder. Wir werden Sie nach dem 11.01.2026 über das weitere Vorgehen per E-Mail informieren. Bitte melden Sie sich im Falle einer positiven Rückmeldung bei der in der E-Mail angegebenen betreuenden Person.
Ablauf bei Abschlussarbeiten
In regelmäßigen Abständen veröffentlichen wir Themengebiete sowohl für Bachelor- als auch für Masterarbeiten. Sobald die Themengebiete ausgeschrieben sind, können interessierte Studierende zwei Themen auswählen und angeben, warum sie sich besonders für diese Themengebiete interessieren und ihre Abschlussarbeit in einem dieser Themengebiete bei uns verfassen möchten.
Auf dieser Grundlage ordnen wir die Themengebiete den Studierenden zu. Da die Themengebiete eine maximale Betreuungskapazität aufweisen, kann es vorkommen, dass es mehr interessierte Studierende gibt, als wir Betreuungskapazitäten anbieten können. Deshalb können wir nicht immer gewährleisten, dass alle Studierende einem Themengebiet zugeordnet werden können.
Unseren strukturierten Prozess für die Erstellung von Abschlussarbeiten bieten wir – zumindest in seiner bisherigen Form – ab dem Wintersemester 2024/2025 nicht mehr an. Wesentliche Inhalte, wie z. B. die Ausarbeitung des Themenvorschlages (Exposé) sowie Vorträge und Übungen zu spezifischen Themen des wissenschaftlichen Arbeitens, wurden in das Modul Begleitseminar zur Bachelorarbeit integriert, das ab dem Wintersemester 2024/2025 erstmalig und dann jedes Semester angeboten wird.
- Für Bachelorstudierende besteht somit die Möglichkeit, das Begleitseminar parallel zur Arbeit an ihren Bachelorarbeiten zu besuchen. Hinweis: Das Begleitseminar richtet sich an alle Bachelorstudierenden. Die Teilnahme ist unabhängig davon, ob und an welchem Lehrstuhl eine Bachelorarbeit verfasst wird, möglich.
- Für Masterstudierende besteht ab dem Wintersemester 2024/2025 kein vergleichbares Angebot mehr. Diese haben die für eine Masterarbeit an unserem Lehrstuhl relevanten Inhalte entweder im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an unserem Lehrstuhl und/oder im Rahmen des Moduls Forschungsmethoden bereits kennengelernt.
Der Zeitplan für die nächsten Abschlussarbeiten ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Nach der Anmeldung gelten die nach aktueller Prüfungsordnung vorgegebenen Bearbeitungszeiten (zwei bis drei Monate bei Bachelorarbeiten und vier bis sechs Monate bei Masterarbeiten). Während der Bearbeitungszeit oder nach Abgabe der Arbeit halten sowohl Bachelor- als auch Masterstudierende eine Präsentation, in der sie die Inhalte, (Zwischen-)Ergebnisse und/oder Erkenntnisse ihrer Arbeit darstellen und mit den anderen Studierenden diskutieren.
Die Themengebiete sind in der Regel für eine Woche ausgeschrieben. Ab dem Wintersemester 2024/2025 veröffentlichen wir Themengebiete für Bachelorarbeiten nur noch zu Beginn des Winter- und zu Beginn des Sommersemesters; Themengebiete für Masterarbeiten werden weiterhin an bis zu vier Terminen veröffentlicht.
| Gruppe | Veröffentlichung der Themengebiete | Anmeldung der Arbeit | Späteste Abgabe der Arbeit (Bachelor) | Späteste Abgabe der Arbeit (Master) |
|---|---|---|---|---|
| Winter 2025 | 06.10.2025 | 01.12.2025 | 01.03.2026 | 01.06.2026 |
| Frühling 2026 | 05.01.2026 (nur Master) | 02.03.2026 | -/- | 02.09.2026 |
| Sommer 2026 | 06.04.2026 | 01.06.2026 | 01.09.2026 | 01.12.2026 |
| Herbst 2026 | 06.07.2026 (nur Master) | 01.09.2025 | -/- | 01.03.2027 |